- Überblick
- Radiofrequenz in der Kosmetik
- FAQ
Überblick
Bei der Radiofrequenz handelt es sich um eine in der Beauty-Branche mittlerweile sehr verbreitete Behandlungsmethode. Zu Beginn wurde die Methode meist mit dem Ziel effizienter Straffung im Rahmen klassischer Geichtsbehandlungen eingesetzt. Zunehmend setzt sie sich jedoch auch als Methode zur Körperbehandlung durch.
Bei der Radiofrequenz handelt es sich um Wellen des Elektromagnetischen Spektrums. Eine genauere Bezeichnung ist daher auch elektromagnetische Radiofrequenzwellen im Frequenzbereich zwischen 0,3 MHz und 10 Ghz. Wie der Name schon andeutet, sind es genau die Wellen, die auch für den Radioempfang im Auto verantwortlich sind. In beiden Fällen macht man sich ein Charakteristikum zu Nutze: Diese Frequenzen sind sehr energiereich.
In der Kosmetik gibt es grundsätzlich zwei Einsatzmöglichkeiten der Radiofrequenzmethode, kapazitiv und resistiv. Diese unterscheiden sich in der physiologischen Wirkung jedoch nur gering. Der größte Unterschied besteht in der Eindringtiefe in das Gewebe.
Bei der resistiven Methode kommen im Regelfall blanke Metallelektroden als Applikatoren zum Einsatz. Während der Behandlung wird die Plattenpolarität bis 475.000 Mal pro Sekunde gewechselt. In Folge dessen kommt es durch den Aufbau des magnetischen Feldes zu einer Ionisierung (Abspaltung eines oder mehrerer Elektronen) organischer Moleküle und einem konstanten Fluß elektrischen Strom. Der Stromfluß im Gewebe hat nun nach Joulesches Gesetz eine Erwärmung zur Folge. Die Erwärmung ist größer wenn die Bioimpedanz (elektrischer Winderstand des Gewebes) größer ist und wirkt vor allem auch tief im Gewebe.
Bei der kapazitiven Methode kommt es durch die Isolierung der aktiven Elektrode nicht zu einem aktiven Stromfluß. Die Wärme entsteht daher durch Reibung zwischen den Molekülen. Da es zu keinem Fluß zwischen den Polen kommt, polarisieren (Ladungsverschiebung in einem nichtleitenden Material) die Moleküle und richten sich entlang der Kraftlinien aus. Durch Bewegung im magnetischen Feld stoßen die Moleküle aneinander und es „entsteht“ Wärme (genauer Reibungsenergie). Dadurch bleibt die physiologische Wirkung auch auf die unteren Hautschichten beschränkt.
Radiofrequenz in der Kosmetik
In der Kosmetik bietet die Radiofrequenz vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Wer den bisherigen Ausführungen gefolgt ist, erkennt quasi eine lokale Wärmebehandlung. Fettgewebe, das in mehr oder weniger dicker Schicht in den Problemzonen Beine, Po und Bauch vorkommt und über eine hohe Impedanz (Widerstand) verfügt, erzeugt einen hohen thermischen Effekt bis in tiefere Hautschichten. So kann eine Radiofrequenzbehandlung mit entsprechend großen Elektroden (Behandlungsköpfen) bis hin zu den Muskelfasern Wärme entwickeln.
Zunächst einmal ist ein biologischer Effekt der durch die Radiofrequenzwellen entstehenden Wärme auf die collagenen Fasern zu beobachten. Die Collagenfasern reagieren sehr schnell. Sie ziehen sich zusammen (Collagen-Shrinking) und werden teilweise sogar beschädigt. Dieser Effekt ist oftmals sofort sichtbar und läßt die Haut glatter und praller aussehen. Gleichzeitig jedoch werden unter anderem die Fibroblasten stimuliert neues Kollagen zu bilden. Auch die verstärkte Bildung von Elastin und Hyaloronsäure (oder Hyaluronan) werden mit der Radofrequentbegandlung in Verbindung gebracht. Dieser Effekt kann jedoch 6 bis 12 Monate in Anspruch nehmen.
Ein zweiter Effekt ist der positive Einfluß der Wärme auf den lokalen Stoffwechsel. Gemäß der RGT-Regel (Reaktionsgeschwindigkeit-Temperatur-Regel), auch van-’t-Hoff’sche Regel genannt, laufen chemischen Reaktionen schneller ab, wenn sich die Temperatur erhöht. Diese Faustregel besagt, daß sich bei einem Anstieg der Temperatur um 10 K (oder 10 °C) die Reaktionsgeschwindigkeit um etwa das 2- bis 4-fache erhöht. Natürlich werden diese Werte durch Radiofrequenz nicht erreicht (und sollen es selbstverständlich auch nicht), es ist jedoch erkennbar, daß selbst eine leicht erhöhte Gewebetemperatur bereits einen positiven Einfluß auf den lokalen Zellstoffwechsel haben kann.
FAQ
Was genau ist eine Radiowellenbehandlung?
Radiowellen sind seit Jahren ein Begriff in der Behandlung von Hautproblemen. Radiowellenbehandlung hat jedoch viel mehr Möglichkeiten und arbeitet schonend ohne Nebenwirkungen. Die Radiowellen dringen tief in das Gewebe ein. Körperformung, Faltenglättung, Hautverschönerung – alles geschieht von innen, jedoch ausgelöst eine rein äußerliche Wirkung ohne Messer und Narben.
Wie funktioniert Radiofrequenz Behandlung?
Das Verfahren mit Radiofrequenz ist eine nicht-invasive Behandlungsmethode, welche das Fett abbaut, die Haut strafft und die Kollagenproduktion aktiviert. Radiowellen gelangen so in die tiefen Hautschichten und ins Fettgewebe. Sie zielt auf die Wassermoleküle, von denen ganz viele im Gewebe enthalten sind. Die Radiowellen lassen die Wasserteilchen rotieren, das erzeugt Hitze. Durch diese selektive Erwärmung verbessert sich der lokale Metabolismus, beschädigte Gewebefasern senden an den Organismus das Signal „reparieren!” Gleichzeitig wird das Kollagen, das im Alter zur Mangelware wird, mit der Folge, dass die Haut erschlafft und altern lässt, gefestigt. Durch das Zusammenziehen des Kollagen (auch „shrinking“ genannt) und das Verkürzen der fibrösen Septa wird die Haut straffer und wirkt jugendlicher. Das Fett wird auf natürlichem Weg über das Lymphsystem und die Leber abtransportiert. Als Ergebnis kommt es zu einer Abnahme des Umfanges im Problembereich.
Für wen ist diese Methode geeignet?
Die Behandlung ist für alle, die die Zeichen der Hautalterung mildern möchten. Sie ist besonders für Falten und Fältchen disponierte Bereiche wie die Regionen um die Augen, Oberlippe und den Hals geeignet und kann bereits in jungen Jahren den optischen Alterungsprozess verlangsamen.
Aber auch große Regionen wie Beine, Po und Bauch sprechen auf die Behandlung an.
Welche Ergebnisse können von der Behandlung erwartet werden?
Ein Soforteffekt tritt durch das Zusammenziehen der kollagenen Fasern (Kollagen-Shrinking) ein. Jedoch wirkt die Behandlung in den folgenden vier bis sechs Monaten nach. Die Fibroblasten werden stimuliert neues Kollagen zu bilden, ebenso Elastin und Hyaluronsäure. Einem Faktor der Hautalterung, daß die Haut mit zunehmendem Alter dünner wird, kann mit dieser Methode in gewisser Weise entgegengewirkt werden. Die Haut fühlt sich gestrafft und gefestigt an.
Was sind die Vorteile dieser Behandlung?
Da es sich um ein non-invasives Verfahren handelt, gibt es keine Ausfallzeiten. Die Oberhaut wird nicht verletzt. Es gibt keine Schnitte, Hautdefekte, Krusten oder Hämatome (“blaue Flecken”). Die Behandlung ist nicht schmerzhaft, wird als angenehm empfunden und kann nach Bedarf wiederholt werden.
Außerdem kann das Verfahren sehr einfach mit anderen Hautverjüngungsverfahren kombiniert werden.
Was spürt man während der Behandlung?
Sie spüren eine langsame Erwärmung in den tiefen Hautschichten. Die Wärmeempfindung sollte möglichst hoch, aber gut tolerierbar sein.
Gibt es Kontraindikationen?
Klassische Kontraindikationen sind lokale Infektionen, Schwangerschaft oder ein Herzschrittmacher.